Sehr geehrte Damen und Herren,

ich interessiere mich seit immer für den Beruf der Lehrerin, Erzieherin und für
Kinder und Kinderbetreuung im Allgemeinen und würde gerne im Rahmen eines
Praktikums weitere Einblicke in die Aufgabengebiete dieser Berufe
gewinnen.  Eine kurze Erfahrung in diesem
Bereich konnte ich im Rahmen eines einmonatigen Praktikums bei einem
Kindergarten in Essen schon machen. Weiterhin war ich schon ein paar mal ebenso
in Rahmen von Praktika bei Schulen, und das war für mich jedes Mal ein tolles
Erlebnis!

 

Mein Name ist Fikria A.., ich bin 33 Jahre alt und wohne in Essen.  Ich bin in Marokko geboren, lebe aber seit
über dreißig Jahren in Deutschland und bin auch deutsche Staatsbürgerin.

Da ich wegen einer Krankheit, die ich in meiner frühen Kindheit hatte,
nicht sprechen kann, übernimmt dies ein Gerät für mich, der sogenannte Talker.
Er unterstützt mich bei meiner Kommunikation mit anderen Menschen und ich komme
sehr gut damit zurecht.

Privat beschäftige ich mich sehr viel mit dem Thema „Unterstützende
Kommunikation“ – sei es durch die Teilnahme an Kongressen oder als
ehrenamtliche Talker-Nachhilfelehrerin. Dadurch habe ich im Laufe der Zeit
selbst eine Vielzahl von verschiedenen Lernmaterialien erarbeitet, die ich
anlässlich von kleinen Vorträgen benutze, die ich gelegentlich halte, oder
während der Talkerstunden, die ich wöchentlich und sehr gern zugunsten von
Personen mit Sprachbehinderung gebe.

Ich habe elf Jahren lang in einer  Behindertenwerkstatt gearbeitet, wo
ich mich allerdings eher unterfordert fühlte.
Seit zwei Jahren bin ich nun leider arbeitslos, und lebe nur von der
Grundversicherung, eine Situation unter der ich sehr leide, weil ich mich
meistens nutzlos und traurig fühle.   Auf
meine ständige Suche nach einem Job, oder nach Praktikumschancen, sogar auch
nach ehrenamtlichen Aufgaben bekomme ich leider eher nur Absagen, was jedes Mal
für mich sehr schmerzhaft ist.

Ich bin zwar sprachlich beeinträchtigt, aber körperlich und geistig völlig
fit. Entfernungen wären  für mich auch kein Hindernis.  Das kann ich problemlos bewältigen, entweder
mit öffentlichen Verkehrsmitteln – die ich wegen meiner Behinderung teilweise
kostenlos benutzen darf -  oder mit dem Fahrrad
oder zu Fuß.

 

Kinder zu betreuen, zu fördern, mit ihnen zusammen spielend zu lernen, darin
sehe ich einen beiderseitigen Gewinn, den ich allzu gern auch beruflich für
mich verwirklichen würde. Mich freut es mit Kindern zu lachen, sie beim
Verstehen eines Spiels, dem Ausmalen eines Bildes und vielem mehr zu
unterstützen.

Wie mein letztes Praktikum bewies, ist meine Beeinträchtigung hierbei kein
Hindernis, sondern könnte sogar bereichernd sein, insbesondere wenn es darum
geht, den Kindern mehr Verständnis für andere beeinträchtigte Menschen zu
vermitteln und bei den Spielsituationen oder beim Zusammenlernen gegebenenfalls
Hemmungen spielerisch abzubauen. So könnte ich z. B. mit den Kindern einen
Stuhlkreis bilden und auf kindliche Art etwa sympathische Rollenspiele machen,
oder spielerisch mit ihnen ein paar Gebärden einüben und vieles anderes mehr.

 

Aufgrund meines fehlenden Schulabschlusses, des Mangels einer Qualifikation und
leider auch wegen meiner Sprachbeeinträchtigung fällt es mir schwer, eine
Beschäftigung auf dem freien Arbeitsmarkt zu finden. Und da ich mir außerdem erst
mit 14 Jahren, und nur autodidaktisch, das Lesen und Schreiben beibringen
konnte, habe ich derzeit noch eine Rechtschreibungsschwäche in Deutsch, das
auch nicht meine Muttersprache ist.   Ich
bin allerdings in ständigem Schriftkontakt mit einem Deutschlehrer, der mir
hilft, mich allmählich korrekter auszudrücken.

Ich bin außerdem offen für Neues, wissbegierig und arbeite sehr
selbständig. So habe ich auch meine Homepage http://www.talker-hilfe.de  selbst erstellt, wo Sie eventuell weiteres über mich erfahren können.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir in einem persönlichen Gespräch die
Möglichkeit geben könnten, mehr über mich zu erklären und fände es toll, wenn
Sie mir dann die Chance zu einem Praktikum in Ihrem Kindergarten, Ihrer Schule
bzw. Ihrer Einrichtung geben könnten.

Ich suche Bundesweit, muss also nicht in Essen oder auch nicht in
Nordrhein-Westfalen sein.  Im Falle eines
Praktikumsangebots wäre ich auch bereit, vorübergehend umzuziehen.



Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe in Erwartung Ihres
eventuellen Bescheids und


mit freundlichen
Grüßen.

 

Fikria
Essen, Dezember 2016


P.S.:  falls ich Ihnen diese Bewerbung schon mal geschickt
haben sollte, entschuldige ich mich.


Kontakt über Mailadresse    oder

Eigene Homepage:    www.talker-hilfe.de
 

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