MEINE EHRENAMTLICHE TÄTIGKEIT MIT MEINEN
TALKER-SCHÜLERN

 

Zur Unterstützen Kommunikation gibt es verschiedene technische Geräte.

 

Ich möchte jetzt mal erzählen wie eine Schülerin von mir mit dem
SMALLTALKER QUASSELKISTE 45 spricht.

 

Das Gerät verfügt über 9 x 5 Felder und enthält annähernd 800 vor -
gespeicherte Wörter, Sätze und Phrasen. Es gibt sie in 2 Versionen: mit und
ohne Grammatik.

 

Die Quasselkiste 45 Grammatik ermöglicht ein nachträgliches Abwandeln von
Verben, Nomen und Adjektiven und bietet so erweiterte Ausdrucksmöglichkeiten.

 

Meine Schülerin hat eine geistigen Entwicklungsstörungen und auch kleine
motorische Störungen.

 

Sie kann nur dank eines Sprachcomputers mit ihrer Umwelt kommunizieren.

 

Das tut sie auch gegen alle
Prognosen gut.

 

                     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


Ich frage zum Beispiel meine Schülerin:   „Was ist deine
Lieblingsbeschäftigung?“

 

Sie lacht und in rasender Geschwindigkeit tippt sie  auf dem
SMALLTALKER auf ein Symbol : auf einen  Computer.

Das Gerät sagt mit sonorer Stimme: COMPUTER!

„Und wie heißt dein Lieblingsfilm?“ ist meine nächste Frage.  Die gleiche Prozedur:

 

Meine Schülerin  überlegt kurz, wieder hämmert sie mit schnellen
Fingern auf einige Tastenfelder ein.

 

„HEIDI !“, lautet die Antwort!

 

                       
 


 

Was wie ein Spiel klingt, ist für meine Schülerin, die an einer schweren
geistigen und an einer kleinen motorischen Entwicklungsstörung leidet, eine
Brücke zur Welt!

 

 

Mit dem TALKER,

einem kompakten „sprechenden“ Computergerät, kann meine Schülerin sich
unterhalten.   

 

 

 

 

Dabei hatten die Ärzte und ihrer Umfeld vorausgesagt, dass  meine
Schülerin niemals hätte das machen können,  geschweige denn den TALKER selber zu
bedienen und sein Funktionieren zu verstehen.

 

Aber genau das hat sie allen bewiesen!

                           
 


Heute kann die Frau  einige Wörter verstehen und anclicken und sogar
einige Wörter mit Schriftmodus schreiben.

 

Zum Beispiel, sie kann HEIDI schreiben, oder ihren eigenen Namen, und so
weiter.

 

Die Benutzung vom TALKER hat meiner Schülerin die Verständnisfähigkeit
verbessert, weil sie so die Wörter mehrmals hören kann.

 

Wir machen ganz verschiedene Übungen, Lern- und Spielprogramme bei denen in
spielerischer Form  die Kommunikation zusammen trainiert werden.

 

Ich beschäftige mich privat sehr viel im Bereich Unterstütze
Kommunikation  für Menschen mit Handicap. Ich  hab viele
verschiedene, Materialien,  Lernangebote selbst  hergestellt Ich habe
für jeden Interessenten ein Individuellen Lernplan erstellen.

 

Ich habe die  Bedürfnisse jedes einzelnen Schülers heraus gefunden und
so ein optimalen Lernplan erstellt für die Schüler/innen.

 

Oder ich mache anhand von einem kleinen Ritual mit der genannten Schülerin
Übungen, die sie  selbständig lösen soll.

 

Zum Beispiel: Sie benutzt gern meinen POWERTALKER.

Ich sage ihr, sie darf damit etwas sagen, um mit dem TALKER zu
spielen.

 

Und so wird sie sofort motivierter und nach kurzer Zeit kann sie den Satz
„Ich möchte bitte Deinen TALKER haben“ fast fehlerfrei sagen.

Die Schülerin drückt in beachtlicher Geschwindigkeit einige Tasten und der
der ‚TALKER‘ sagt wie aus einem Zauber:

„Ich möchte bitte deinen TALKER mal haben!“

 

Dann bekommt sie für 2 bis 3 Minuten meinen TALKER und wie tauschen also
für einige Minuten unsere TALKER.

                                     
 


Ich arbeite auch gern mit Bildern, hänge zum Beispiel hier und da ein Bild
über das Thema, das wir gerade besprechen.

 

Ich arbeite mit dieser Schülerin seit Januar 2013. Davor hatte die keinen
TALKER.

 

Ich war sehr dafür, dass sie einen TALKER bekommt.  Dafür hat sie über ein Jahr gekämpft,
bis sie den TALKER bekommen hat.

 

Es war so, dass keiner ihr zugetraut hätte, dass sie mit einem TALKER klar
gekommen wäre.

 

Und wir beide haben dagegen das genaue Gegenteil gezeigt!!!

                                 
 


Die Frau spricht durch ihren SMALLTALKER, sie kann jetzt viel mehr.



Je mehr sie mit dem TALKER spricht, umso öfter hört sie die Wörter und desto
besser kann sie die Wörter dann auch wiederholen.



Dadurch wächst ihr Selbstvertrauen immens, da die sich plötzlich
verstanden fühlt.

 
 


 

Noch ein Beispiel:  Sie
mag sehr gern Kinderfilme, wie HEIDI.

 

 

Und:  Je öfter und je
unterschiedlicher die Anwendung ist, umso besser sind die Lerneffekte.

 

Bis meine Schülerin gut mit ihren TALKER umgehen kann,  muss
sie viel üben und die Begriffe auch mehrmals wiederholen.

 

So lernt sie allmählich mehr und mehr.  Ich übe mit ihr in Sätze zu sprechen.

 

Zum Beispiel: ich zeig ihr den Begriff „Ball“. Und sie findet das sofort!

 

 

Aber wenn ich etwas Komplexeres sage, wie etwa:  Ich sehe einen blauen Ball, dann muss
ich den Begriff Wort für Wort sagen, weil sie selbst noch keine ganzen
Sätze bilden kann.

 

Oder ich sage ihr unter welche Symbole sie was finden kann. Dann soll sie
versuchen, das selbständig zu machen.

 

Und nach zwei bis
vier Versuchen, schafft sie es auch fehlerfrei die Symbole zu finden.

 

Leider geschieht es oft, dass sie bei der nächsten Stunden alles schon
wieder vergessen hat, weil sie leider den TALKER nicht regelmäßig benutzt, weil
ihr Umfeld allzu gern den TALKER beiseite legt und in den Schrank steckt.

 

 

 

Genau das macht mich sehr traurig.  Meine UK-Schülerin  würde so
gern möglichst häufig, am besten jeden Tag den TALKER benutzen. Aber das wird
ihr nicht erlaubt.  Ihr Umfeld sagt sie versteht auch einfach so, ohne
TALKER.

 

 

Aber war für ein Verstehen ist das: nur auf JA/NEIN Fragen zu reagieren!

 

Oder man schickt sie auf das Sofa, die Zeit einfach nur so allein zu
verbringen, einfach nur da zu sitzen.

 

Was ist das für  ein
Leben!!!

 

Das Schlimme dabei, man muss das tatenlos zusehen. Sie tut mir ehrlich sehr
Leid. Sie kann so viel machen, wenn man ihr das Benutzen vom TALKER erlaubt!

 

 

Bei meinen anderen UK-Schüler ist es auch so. Der TALKER liegt in einer
Ecke unbenutzt rum.

Und wenn man auch nur wagt, so etwas auch nur erwähnen, wird man sofort
kritisiert!

 

Es kommt mir oft vor, dass ich heftig kritisiert werde und zum Schluss
nicht mehr gehört und beachtet.  Aber ich
gebe nicht auf !

 

 

Schade eigentlich, denn ich bin im Bereich der Unterstützen Kommunikation
total engagiert.

 

Und wenn es nach mir ginge, würde allen Kindern, allen Menschen mit
Sprachbehinderung, oder mit geistiger Behinderung einen TALKER einfach
zustehen!

 

Ich kann nicht akzeptieren, dass man sagt oder denkt: „Die können sowieso
nichts lernen!“.

 

Wie kann man so etwas behaupten, noch bevor man mit diesen sehr
lernwilligen Personen versucht?!!

                                 
 


Zum Beispiel:  Hier darf
sie sich immer etwas aussuchen, was sie gern machen will, oder worüber sie gern
reden mag.

 

 

ÜBUNG MIT DER KARTEIKARTE

 

Oder so spielen, wo die Symbole unter der Karte zu finden sind.

                   
 


 

 

 

Dann sagt „Musik“  „Heidi“.
Ich weiß ja was die damit sagen will. Und so fordere ich freundlich auf: „Sag
bitte einen kleinen Satz wie: „Ich möchte bitte Heide hören“.

           
 


 

 

Meine UK- Schülerin, die erst seit drei Wochen mit dem

SMALLTALKER 84  spricht,

kann schon komplexere
Aussagen bilden.

                             
 


Davor hatte sie monatelang einen SMALLTALKER QUALSSELKISTE 45.

 

Den habe ich ihr aber abgeraten. Ihrem Leiter habe ich behauptet, das Gerät
sei für diese Person zu einfach.

 

 

Nach anfänglichen
Versuchen mit einzelnen Wörtern und Phrasen ist es spannend zu beobachten, wie
sie

mittlerweile immer
komplexere Aussagen bildet, um komplexe Dinge auszudrücken.

 

Immer mehr versucht sie
von ihr aus einen ganzen Satz zu bilden.

 

Trotz alle
Schwierigkeiten, die sie hat, ist ein weiterer wichtiger Punkt ist Stolz!

 

 

 

 

 

Ja genau, und ich bin
selber auch stolz auf sie wenn ich sehe, welche Leistung sie vollbringt: trotz
ihrer Behinderung, so komplexe Dinge auszudrücken und sich zu entwickeln.

             
 


 

 

 

Und es ist beeindruckend
zu sehen, wie sie durch die Menüs der Wortstrategie 84 mittlerweile um Worte
erweitert saust und sich auskennt.

                         
 


Auf sprachlicher Ebene
hat sie im vergangenen Monate gerade im Hinblick auf Grammatik und
Satzstrukturen große Fortschritte gemacht.

 

Sie ist ein neugieriger Mensch
und das finde ich super. Sie probiert einfach aus. Und drückt manchmal wahllos
auf ihren TALKER drauf.

 

Dadurch vertieft und
verbreitet sich ihr Wortschatz permanent.

 

Sie forscht solange nach,
bis sie für sich eine befriedigende Antwort gefunden hat.

Das bewirkt, dass sie
sehr motiviert ist.

 

Und ihr Wissensschatz
vergrößert sich sehr rasch und zügig.

Ihr Wortschatz steigert
ag nach Tag völlig.

                     
 


Ich habe mal ein Blatt
Papier genommen und darin mal aufgelistet, worüber sie schon recht gut Bescheid
weiß.

 

Sie kann zum Beispiel,
wenn man ihr einen Satz sagt wie „Ich habe Heute gearbeitet“,  schafft die das fehlerfrei nach
zu sagen, Wenn man ihr Wort für Wörter sagt . (etwa: ICH , HABE , HEUTE ,
GEARBEITET)

 

Selber die Wörter in einen
ganzen Satz zu verbinden, schafft die leider noch nicht. Aber wir üben daran.

 

Ich habe Mittwoch mal mit Karteikarten versucht.

Ich habe auf der
Vorderseite der Karteikarte den Satz geschrieben. Und hinten auf der
Karteikarte die Symbole von ihrem TALKER aufgeklebt.


 


 

 

Und dann habe ich ihr die Karteikarte gegeben.

 

Ich habe dann zu ihr freundlich gesagt:

 

„Sag bitte das mal mit dem TALKER nach!“.  Und eins bis zwei
Wörter konnte sie selbständig lesen.

                                 
 


Dann habe ich ihr den
Satz vorgelesen und danach ihr die Karteikarte gezeigt.

 

Dann habe ich noch einmal
zu ihr gesagt: „ Sag jetzt den Satz noch einmal, bitte!“  Und sie hat es geschafft, den Satz
nachzusagen. Ganz selbständig!

 

Es war dieser Satz: „Ich
möchte heute mit dem Computer spielen!“

 

Meine TALKER-Schülerin
hat sich also sehr gut entwickelt.

 

 

 

 

 

WARUM ICH DAS ALLES TUE

 

Das alles, meine ganze ehrenamtliche Tätigkeit, tue ich, damit auch
Menschen mit mehrfacher Behinderung überall
dabei sein können, zu allem auf ihre Art und Weise mitreden können.

 

Das betrachte ich als total wichtig!  Denn gerade diese Menschen sind wahre
Profis, sie sind Experten in eigener Sache.

 

 

 

Zu viele Personen behaupten, wenn sie etwa eine mehrfach behinderte Person
sehen:  „Die kann nichts
tun, die kann nichts verstehen!“.

 

Genau so werden Menschen grob unterschätzt und als Menschen zweiter Klasse
gesehen!

 

Es sind genau diese Barrieren im Kopf, die unbedingt verschwindet müssen.

 

Man muss wirklich allen Personen eine Chance geben, und zwar jedem eine
wahre Chance!

 

Jetzt habe ich zum
Beispiel vor, meinen Kontakt zu den Eltern meiner Talker-Schülerin aufzubauen
und besser zu pflegen.

 

Sie macht so große
Fortschritte, Und ihre Eltern wissen sehr wenig darüber, was für Fortschritte
ihre Tochter macht du sie jetzt alles kann.

 

 

Der TALKER liegt leider
in der Werkstatt nur rum, und bis jetzt hat sie den TALKER noch nie mit nach
Hause genommen. Und das muss sich – das müssen wir GEMEINSAM - auf jeden Fall
ändern!

 

 

 

Denn ja, „GEMEINSAM SIND WIR STARK!!!“ ist auch mein Motto!

 


 


 

          Danke fürs Lesen!

 

                               Fikria
Aabbaz

 

 

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