FIKRIA AABBAZ –

       Meine ehenamtliche Tätigkeit als Talker-Lehrerin

 Mein Name ist Fikria Aabbaz und ich beschäftige mich privat sehr intensiv, völlig ehrenamtlich, mit dem Thema „Unterstützte Kommunikation“ und ganz besonders mit der Benutzung von „Talker“- Geräten verschiedener Sorten als unterstützende Kommunikationsgeräte.
 Ich habe schon viele einige Zeit lang, eben auf ehrenamtliche Basis, sehr viele „Talker-Schüler und Schülerinnen“ gehabt, denen ich personalisiert Nachhilfe gegeben habe, Strategien zur Kommunikation beigebracht habe und mit denen ich die jeweiligen Strategien geübt habe.   Ich bin bis vor einigen Jahren schon mehrmals auch in Schulen gewesen und habe auch dort ehrenamtlich Talker nutzenden Schüler und Schülerinnen Nachhilfe gegeben und sie im Unterricht untersstützt.
 Leider finde ich aber jetzt keine Schule, oder keinen Kindergartenmehr, wo ich diese von mir sehr geliebte Tätigkeit ausüben darf.
 
 Ich habe bis vor einigen Monaten elf Jahre lang in einer Werkstatt für Behinderte Menschen gearbeitet und auch dort hatte ich eine kleine Gruppe von Talker Nutzern, denen ich regelmäßig Nachhilfe und Unterstützung zur Kommunikation mit dem Talkergerät gab.
 Leider bin ich aber seit dem 2. März 2015 arbeitslos und somit darf ich auch diese Talker-Gruppe ich mehr leiten. Ich benutze selber täglich den Power-Talker zum Kommunizieren, da ich selber eine Sprachbehinderung habe und nicht normal sprechen kann.

 Ich habe in den letzten zwei Jahren (seit Mai 2015 zweimal wöchentlich für insgesamt zwei Stunden pro Woche) privat zwei Personen (in Essen und in Bochum) bei dem Einsatz und der Entwicklung von Strategien zur Kommunikation mit dem Talker unterstützt.
 Ich besuche sie zu Hause und bringe ihnen einige Strategien bei und übe gern mit ihnen, damit sie immer schneller, motivierter und vertrauter werden.
Durch diese kontinuierliche Tätigkeit als Talker-Nachhilfelehrerin habe ich im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Lernmaterialien verschiedener Art gesammelt und auch selbst und personalisiert, je nach der spezifischen Situation, erarbeitet.  Ich habe zum Beispiel selbst Arbeitsblätter erstellt, mit Bild- und Symbolsystemen.
 Beide genannte Personen sind körperlich und geistig behindert, die eine nur leicht, der andere mehrfach behindert.
Jede Kommunikations-Fördermaßnahme ist wie gesagt personalisiert.  Beide Schüler sind sehr froh über meine Unterstützung und sie sind sehr motiviert und lernen ständig etwas Neues.
 Meine Schülerin Jasmin hatte davor nur ein einfaches Talker-Gerät und konnte kaum etwas sagen und nach meiner Meinung war sie deswegen in der Schule deutlich unterfordert. Wie mir ihr Lehrer auch gesagt hat, war ihr Talker oft im Unterricht nicht funktionierend, hatte oft Akku-Probleme und was oft in Reparatur. Auch als sie dann zur Werkstatt kam, war auch dort der Talker nicht in Betrieb, er funktionierte nicht richtig.
 Das Problem war auch, des die Jasmin wusste, wie man die Systemeinstellungen verändern kann und da hat sie hier und da irgendwann als sie unbeobachtet war etwas verstellt, sodass der Talker plötzlich dann lange Zeit nicht mehr richtig einsatzfähig war und alle Kommunikationsmitteln waren nicht mehr nutzbar.
Und andererseits war das Talkergerät, das sie hatte, viel zu einfach.
 Irgendwie habe ich es nach langen Diskussionen erreicht, dass die Jasmin einen neuen Talker bekommen konnte und so verfügt sie seit einem Jahr über ein neues Gerät, Smalltalker 84 genannt.
 Diese Talkerschülerin von mir liebt Musik sehr und auch Musikinstrumente und am Computer sucht sie sich sehr gern auf Youtube Sequenzen aus Zeichentrickfilmen wie z.B. Heidi, Wickie, Spontspot, Schwammkoft, oder aus Konsolespielen aus.
Gern hat sie sich immer wieder kurze Ausschnitte angesehen und dann auch zum Teil gern und mit großer Freude die Bewegungen und die Gesten  der gezeigten Figuren imitiert.
Deswegen fordere ich sie immer auf, dass sie wenn sie etwas Bestimmtes mit dem Talker machen will, auch mir mit dem Talker sagt, was sie erreichen will, z.B. „Ich möchte dies und das am Computer machen“. Und dann motiviere ich sie ständig auch dann mit zu erzählen, was sie dann auf ihren Lieblingsyoutubeseiten gesehen und gehört hat, was ihr besonders gefallen hat.  Diese Strategie ist optimal, denn so ist sie ständig motiviert, sich über etwas zu äußern, das sie mag und sie begeistert.  Und dabei übt sie dann auch viel lieber die Kommunikationstechniken.
 Konsolenspiele, Computer und die Beschäftigung mit anderen technischen Geräten ist für Jasmin zu Lieblingsbeschäftigung geworden.
 Schreiben kann Jasmin ihren Namen und auch lautgetreu einige Wörter z.B.  Titel von Videospielen o.ä. Was Jasmin im Internet interessiert, findet sie über die Googlesuche. Lesen kann Jasmin auch ein wenig. Sie erkennt einzelne Wörter, findet Daten und orientiert sich im Kalender usw. Zählen und Rechnen kann Jasmin in kleinen Zahlenräumen.
 Sie ist geistig sehr fit, und so kann sie mehrmals  viel mehr als man ihr zutraut.  Wichtig ist aber, dass es sie interessiert. Wenn kein persönliches Interesse an etwas vorhanden ist, ist sie nur sehr schwer zu motivieren.
 Sprechen kann Jasmin nicht. Nur mir ihren Talker kann sie kommunizieren.
Ihre Behinderung ist ihr durch eine Frühgeburt entstanden.
 Mit Jasmin zu arbeiten macht mir Riesenfreude, wir beide verstehen uns super, wir haben schon viel gemeinsam unternommen, wir waren z.B. schon mal mit ihren Eltern zusammen im Moviepark in Bottrop.  


 Oder wir zwei haben auch manchmal in Franz Sales Haus Wanderungen und Spaziergänge gemacht, oder wir sind schon ein paar Mal gemeinsam zurück zu unserer früheren Schule etwa zum Sommerfest gegangen (Hellen-Keller-Schule). Wir haben dort unsere frühere Lehrer und Lehrerinnen wieder getroffen. Dort war man dann völlig begeistert, dass die Jasmin jetzt einen Talker benutzt und dass sie sich damit unterhalten kann, wenn noch nicht in ganzen Sätzen, zumindest in einfachen Wortsequenzen, was sie übrigens durch über immer besser machen kann.
 Mein anderer Schüler heißt Julian, ist 21 Jahre alt und wir kennen uns seit eineinhalb Jahren.
 Er kommuniziert seit paar Wochen seit August 2015 mit den Accent1200 von PRD. Zuvor hatte er jahrelang den XL Talker.  
 Seit seiner Geburt ist der schwer mehrfach behindert. Er hat eine spastische Tetraplegie. Das bedeutet, dass er im Rollstuhl sitzt, seine Arme und Beine nicht richtig bewegen kann und auch nicht sprechen kann. Er ist aber geistig sehr fit und das merkt man sofort.
 Mit Hilfe einer Hand Steuerung kann er seinen Talker nur durch eine geniale Erfindung seiner Mutter benutzen, sonst könnte er den Talker nicht erreichen.
 Seine Mutter ist super. Sie engagiert sich auch völlig und sehr liebevoll für ihren Sohn.  Schade dass nicht jede behinderte Person Eltern wie sie, oder wie Jasmin Eltern haben, die sich so begeistert mit der Unterstützung ihrer Kindern beschäftigen!
 Es wurde von Julian auch versucht, durch Augensteuerung den Talker zu bedienen, aber leider hat das nicht geklappt.
 Seine Möglichkeiten, selbständig etwas zu unternehmen, sind auf Grund seiner Behinderung sehr gering. Deshalb sind wir sehr froh, dass er den Talker hat. Mit diesem Gerät hat er ein großes Stück Selbständigkeit gewonnen. Er kann sich artikulieren und somit seine Bedürfnisse und Wünsche äußern.  Er kann nur paar Wörter sagen, noch keine langen Sätze aber zu diesem Ziel üben wir zwei allmählich aber ständig. Und er kann jetzt sogar mit den Talker fotografieren.
 Ohne Talker wäre dies nur ganz schwer möglich.
 Wir zwei waren auch schon sehr viel gemeinsam unterwegs. Der hat mich mal in Essen besucht, wir sind auch mal gemeinsam mit seiner Mutter Fahrrad gefahren und er ist mit den Elektrorollstuhl neben uns her gefahren.  Außerdem waren wir mit seiner Mutter in einer behinderten Disco oder ich hab den auch mal mit zu Verträgen mitgenommen und der hatte da auch zuerst mal seinen ersten Vortrag.
 Weil mein festes Ziel ist meine Talker Schüler zu integrieren. Und wir beide waren auch mal alleine unterwegs auf einem Spielplatz und hatten da viel Spaß sind dort zum Beispiel spazieren gegangen.
 Und einmal waren wir zusammen in seiner Wohnung und ich hab mal meine Spielzuge mitgenommen, die adaptiert sind.
Die Spielzuge lassen sich über Druckknopf durch Fernbedienung aktivieren (SIEHE BILD)
Wird die Taste gedrückt, beginnt das Spielzeug zu laufen, wird die Taste nochmals gedrückt, hört es auf.
 Dem Julian hat das immer großen Spaß gemacht, und mir auch!  Ich mag es sehr gerne mit meinen Talker Schülern zu arbeiten und sie freuen sich auch immer wenn sie mich sehen und beide genannte Schüler sind mir zu Herz gewachsen und zu Freunden geworden.
 Mein Traum wäre jetzt noch mehr Leute zu finden, mit denen ich die Kommunikation mit dem Talker üben kann und mit denen gemeinsam ich auch gern wie gesagt vieles unternehmen kann.
 Aufgrund meines fehlenden Schulabschlusses und meiner persönlicher Beeinträchtigung fällt es mir schwer eine Beschäftigung auf dem freien Arbeitsmarkt zu finden. Da ich mir erst mit 14 Jahren selber das Lesen und Schreiben autodidaktisch beibringen musste, habe ich derzeit noch deutliche Rechtschreibeschwächen, wobei ich aber an der Besserung meiner Rechtschreibung auch ständig arbeite, ich kann sagen auch mit deutlichen Fortschritten.
 Zu mir kann ich ganz sicher sagen, dass ich ständig für Neues offen bin, motiviert und wissbegierig bin und gerne selbständig arbeite.  Zur Zeit beschäftige ich mich auch sehr mit verschiedenen Sprachsoftwares, mit Computerbenutzung im Allgemeinen und ich lerne täglich etwas Neues darüber, was mich begeistert, und über die immer größeren begeisternden Kommunikationsmöglichkeiten, die das Internet Tag nach Tag anbietet.
 Ich arbeite wie gesagt sehr selbständig. So habe ich auch zum Beispiel meine Homepage http://www.talker-hilfe.de selbst erstellt, wo Sie noch viel mehr über mich erfahren können.
 So, ich würde mich durch diese Anzeige sehr gern über neue Kontakte zu Talker-Nutzern freuen, für die ich mich schon jetzt im voraus herzlich bedanke und auf die ich ganz sicher jeweils gern und schnell antworten werde.
 Fikria Aabbaz

 

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