Uk   ist die abkürztung zu Unterstützte Kommunikation

 


Was ist Unterstützte Kommunikation?
Unterstützte Kommunikation (Englisch: Augmentative and Alternative Communication = AAC) orientiert sich an einem humanistischen Menschenbild und betont das Recht eines jeden Menschen auf Selbstbestimmung und Partizipation. Unterstützte Kommunikation geht davon aus, dass jeder Mensch ein Bedürfnis nach Kontakt und Kommunikation hat. Ausgehend von den aktuellen Kompetenzen einer Person entwickelt Unterstützte Kommunikation individuelle Maßnahmen für eine bessere Verständigung und mehr Mitbestimmung im Alltag.

Kommunikation ist mehr als Sprechen
Unterstützte Kommunikation (UK) muss die individuelle Art zu kommunizieren nicht ersetzen, sondern kann sie ergänzen und unterstützen. Dabei können Rituale und Routinen einen sozialen Rahmen bieten, der zur Kommunikation anregt und motiviert. Durch den Einsatz von Gebärden, Objekten, grafischen Symbolen oder technischen Hilfen kann die Kommunikation im Alltag intensiviert und verbessert werden.

Hemmt der Einsatz von UK die Sprachentwicklung?
Entgegen früherer Annahmen belegen inzwischen zahlreiche Studien und jahrelange Praxiserfahrungen, dass der frühe Einsatz von Unterstützter Kommunikation die Entwicklung der Lautsprache fördert. Die Motivation sich mitzuteilen, kann durch den Einsatz von individuellen Kommunikationsformen erhöht werden.

In der Unterstützten Kommunikation können mehrere Kommunikationsformen miteinander kombiniert werden. Bei der Planung von Interventionsmaßnahmen sollten möglichst viele Bezugspersonen miteinbezogen werden. Ziel ist eine möglichst unabhängige und effektive Kommunikation im Alltag.

Rituale und Routinen und erste Zeichen
Die Etablierung von Ritualen und Routinen kann Menschen Sicherheit und Orientierung geben. Durch die häufige Wiederholung von Handlungen können sie lernen, eine Erwartungshaltung aufzubauen und durch Körpersprache auszudrücken.

Einige Menschen lernen, über erste Zeichen wie Objekte, Bewegungszeichen, Fotos oder Bilder Wünsche auszudrücken.

Körpereigene Kommunikationsformen
Körpereigene Kommunikationsformen sind Lautsprache und Laute, Körpersprache und Mimik, erste Bewegungszeichen, Taktile Gebärden und Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache oder den Gebärdensammlungen „Schau doch meine Hände an" und "Makaton", aber auch individuelle körpereigene Strategien in der Kommunikation.

Die Vorteile körpereigener Kommunikationsmöglichkeiten liegen darin, dass sie schnell, spontan und ortsunabhängig benutzt werden können. Es werden keine Hilfsmittel benötigt. Im Umgang mit vertrauten Partnern können körpereigene Kommunikationsmöglichkeiten die effektivste Art der Verständigung sein.

Um auch mit fremden oder nicht mit Gebärden vertrauten Personen kommunizieren zu können, empfiehlt es sich, die körpereigenen Kommunikationsformen durch grafische Symbole oder technische Hilfen zu ergänzen.

Kommunikation über Objekte
Objekte haben in der Unterstützten Kommunikation eine große Bedeutung. Werden einer Person zwei Objekte angeboten, kann sie durch ihre Blickrichtung, durch eine Zeige- oder Greifbewegung direkt auswählen. Gegenstände können auch eine Handlung anzeigen oder als Symbol genutzt werden. Sie lassen sich aufgrund unterschiedlicher Umrisse und verschiedener Oberflächenbeschaffenheit nicht nur visuell, sondern auch mit dem Tastsinn unterscheiden. Daher werden Objektsymbole insbesondere bei Menschen mit Sehbehinderung oder mit starker kognitiver Beeinträchtigung eingesetzt.

Grafische Symbole
Zu den grafischen Symbolen in der Unterstützten Kommunikation gehören Fotos, Bilder, Zeichnungen, Symbole und Schrift. Sie können auf einzelnen Karten, in Büchern, Ordnern oder Tafeln präsentiert werden.

Durch das Zeigen auf eines oder mehrere Symbole können sich Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen mitteilen. Auf diese Weise können sowohl einfache Bedürfnisse ausgedrückt als auch komplexe Inhalte vermittelt werden.

Mit einem Ich-Buch kann sich eine Person vorstellen und auf ihre Lebensumstände, Interessen und besonderen Bedürfnisse hinweisen.

Für viele Menschen sind Tagebücher und Erlebnisbücher wichtig geworden, um mit Bildern und Schrift von Vergangenem zu erzählen. Dabei können sie die Erfahrung machen, dass andere Menschen Anteil an ihren Erlebnissen nehmen.

Technische Kommunikationshilfen
Einfache Sprachausgabegeräte können Geräte mit einer oder zwei Tasten mit natürlicher Sprachausgabe sein. Über ein Mikrofon lassen sich Musik, Geräusche oder Aussagen aufnehmen und wiedergeben. Auch Geräte mit 9 oder 20 Feldern gehören noch zu den einfachen Sprachausgabegeräten. Sie verfügen über ein statisches Display. Einfache Sprachausgabegeräte besitzen keinen Grundwortschatz, keine vorgegebenen Strukturen oder Grammatikfunktionen.

Komplexe Sprachausgabegeräte sind mobile Kommunikationshilfen mit Sprachausgabe, die natürlich (digitalisiert) und/oder künstlich (synthetisch) sein können. Komplexe Geräte besitzen in der Regel die Möglichkeit, aus einem großen Wortschatz verschiedene Aussagen miteinander zu verknüpfen. Meist wird ein dynamisches Display verwendet, das dem Nutzer ermöglicht, auf verschiedenen Ebenen selbstständig auf Vokabular zuzugreifen. Einige Geräte bieten die Möglichkeit, sich über grafische Symbolkombinationen grammatikalisch richtig auszudrücken. Besitzen die Geräte eine synthetische Sprachausgabe, ist in der Regel auch die Kommunikation über Schrift möglich.

Die Kommunikation mit Sprachausgabegeräten ermöglicht vielen unterstützt kommunizierenden Menschen mehr Unabhängigkeit und eine größere Flexibilität im Alltag.

Ansteuerungsmöglichkeiten
Auch Menschen, die nicht mit dem Finger zeigen können, können über spezielle Ansteuerungsmöglichkeiten Vokabular auswählen.

Von direkter Selektion spricht man, wenn die unterstützt kommunizierende Person direkt auf ein Bild, ein Symbol oder ein Wort zeigen kann. Das Zeigen kann auch mit den Augen oder mit einem Hilfsmittel erfolgen. Elektronische Kommunikationshilfen bieten in der Regel verschiedene Optionen, die die direkte Ansteuerung der Felder vereinfachen. Neben Fingerführungsrastern, können die Drückdauer einer Taste und ein optisches oder akustisches Feedback die Ansteuerung erleichtern.

Bei der indirekten Selektion werden unterschiedliche Scanning- und Codierungsverfahren eingesetzt. Bei der Codierung werden die Felder einer Kommunikationstafel mit Hilfe eines vereinbarten Positionscodes ausgewählt. Für die Ansteuerung von elektronischen Kommunikationshilfen ist das Scanning von großer Bedeutung. Mit Hilfe von Sensoren kann so ein komplexes Sprachausgabegerät oder Computerprogramm bedient werden. Für Menschen, bei denen zusätzlich zu den motorischen Einschränkungen auch Beeinträchtigungen im visuellen Bereich vorliegen, können auditive Ansagen eingeschaltet werden.

Bei der „Gestützten Kommunikation" oder FC (abgeleitet von der englischen Bezeichnung „Facilitated Communication) ist das zentrale Element die körperliche Unterstützung einer Person mit schweren kommunikativen Beeinträchtigungen. Ein Stützer gibt neben der physischen, auch eine verbale und emotionale Hilfestellung. Auf diese Weise wird es einer Person mit schweren kommunikativen Beeinträchtigungen möglich, durch gestütztes Zeigen z. B. auf Objekte, Bilder oder Buchstaben zu kommunizieren. Die Methode kann auch beim Malen oder bei der Ausführung von Handlungen im Alltag verwendet werden. Gegenwärtig wird FC bei Menschen mit unterschiedlichen Diagnosen angewendet, z. B. Autismus, Cerebralparese, Angelman-Syndrom, Down-Syndrom, Rett-Syndrom.

Bei der FC-Anwendung sollte regelmäßig die Authentizität der gestützt kommunizierten Inhalte geprüft werden. Ein konsequentes Training hat die zunehmende Unabhängigkeit des FC-Nutzers durch das Ausblenden der Stütze zum Ziel. Gegenwärtig wird die Methode der Gestützten Kommunikation kontrovers diskutiert. Während in wissenschaftlich kontrollierten und abgesicherten Studien der Erfolg der Methode bestritten wird, gibt es in der Praxis zahlreiche Belege für die positive Wirksamkeit von FC.

 

 

 

 

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Das iPad als Hilfsmittel für die Unterstütze Kommunikation


Für sprechende Menschen beinhaltet Kommunikation in der Regel die eigene Lautsprache, Schrift, Mimik und Gestik. Nichtsprechende Menschen, denen die eigene Lautsprache nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung steht, müssen auf alternative Möglichkeiten zurückgreifen, um mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Diese Möglichkeiten werden unter dem Begriff Unterstützte Kommunikation (UK) zusammengefasst. UK umfasst körpereigene Kommunikationsformen (z. B. Gebärden oder Laute) sowie nicht-technische und technische Hilfsmittel. Das Spektrum der technischen Hilfen ist sehr umfangreich und reicht von einer einfachen sprechenden Taste bis hin zu komplexen Kommunikationsgeräten, die mit einer umfangreichen Sammlung von Symbolen und/oder Schrift bestückt sind.

Ein wichtiges Mittel und Voraussetzung, um sprechenden und nicht-sprechenden Menschen die Lust an der Kommunikation (wieder) zu geben ist Spaß. In der normalen sprachlichen Entwicklung von Babys und Kleinkindern wird die Muttersprache spielerisch erlernt, z. B. durch Reime, Vorlesen, Singen und Spielen. Diese Mittel können und sollten in der UK ebenso eingesetzt werden. Nicht nur der Unterstützt Kommunizierende, sondern auch der Betreuer hat so viel mehr Freude an der Kommunikation und ist bereit, mehr zu lernen.

Spaß macht vielen Kindern der Umgang mit Medien wie dem iPad, daher bietet eine iPad–App eine geeignete Möglichkeit, Kindern den Zugang zu UK zu erleichtern: Es muss „nur“ noch der Umgang mit einer Kommunikations-App geübt werden, das iPad ist in der Regel bereits etabliert und wird gerne hergenommen.

Markteinführung zur REHACARE

Eine neue App, die zur REHACARE auf deutsch erhältlich ist, nennt sich GoTalk NOW. Das Erstellen von Kommunikationsseiten für den Betreuer und die Bedienoberfläche für den Unterstützt Kommunizierenden sind in GoTalk NOW sehr intuitiv und übersichtlich gestaltet.

GoTalk NOW bietet Zugriff auf verschiedene umfangreiche Symbolsammlungen. Je nach Fähigkeiten des Nutzers stehen verschiedenen Layouts zur Auswahl: Oberflächen mit ganzseitigen Szenenbildern und Rasterseiten mit unterschiedlich vielen Feldern (1, 4, 9, 16 oder 25). Die Rasterseiten sind mit oder ohne Nachrichtenfenster nutzbar. Im Nachrichtenfenster werden mehrere Wörter zunächst gesammelt und später zusammen gesprochen. Die Aussagen bestehen wahlweise aus selbst aufgenommenen Nachrichten oder aus Wörtern, die durch eine synthetische Stimme wiedergegeben werden.

Die App ist durch verschiedene Methoden bedienbar: Durch direktes Drücken auf ein Feld, durch Loslassen (so fährt der Nutzer mit dem Finger über den Bildschirm und lässt beim gewünschten Feld los) oder im Scanning. Da ein iPad jedoch nicht mit der Hardware eines klassischen Kommunikationsgerätes zu vergleichen ist (stabileres Gehäuse, alternative
Eingabemethoden, Fingerführgitter oder Augensteuerung) sollte in einer individuellen Beratung mit
dem Klienten getestet werden, welche Kommunikationslösung die geeignetste ist.

Die deutschsprachige Version der GoTalk NOW App wird auf der Messe REHACARE International durch REHAVISTA in den Markt eingeführt.

Abbildung: Beispiel für eine Startseite mit 9 Feldern. Die weißen Felder auf der linken Seite sind so programmiert, dass sie sofort eine Aussage wiedergeben, die gelben Felder öffnen jeweils eine neue Seite zum Thema. Am oberen Bildschirmbereich befindet sich das Nachrichtenfenster. Beispiel für eine Startseite mit 9 Feldern

 

 

 

 

 

 

 

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 Kommunikation ein dem Menschen angeborenes Grundbedürfnis ist. Dabei besitzt die Kommunikation einen maßgeblichen Einfluss auf die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität. Kommunikation ist dabei eine unumgängliche Prämisse sowohl für soziale Partizipation und der damit  verbundenen Selbstbestimmung als auch eine bedeutende Grundlage für die gesamte Entwicklung.

Sprache und Kommunikation im Allgemeinen bestimmen einen breiten Teil des sozialen Lebens, denn mittels Sprache werden Wünsche, Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle ausgedrückt. Durch die Sprache bildet sich die Persönlichkeit jedes Einzelnen aus, denn sie ist eine Hilfe bei der Identitätsentwicklung und somit der Abgrenzung
Für die soziale Teilhabe ist die Sprache immens wichtig, denn nur durch die Sprache kommen wir mit anderen Menschen in Kontakt. Alternative Kommunikationsformen wie z.B. Gebärden werden meist nur bei Sprachbarrieren für die Verständigung genutzt. Dabei kann es jedoch oft zu Missverständnissen kommen, wenn nicht beide Parteien die Bedeutung der Gebärden kennen. Außerdem ist der Wortschatz hier begrenzt, man kann komplexe Inhalte nicht vermitteln

 

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