30.8.2018  23:36
 
REISE NACH PARIS – EIN SCHLIMMER VORFALL
 
 
 
Ich erzähle jetzt über einen Tag, der mir immer in Erinnerung bleiben wird.
 
 
 
Es geht um eine meiner vielen Parisreisen, ich glaube es war meine dritte oder vielleicht meine vierte Reise nach Paris, wo der  Vorfall passiert ist.
 
 
 
An jenem verhängnisvollen Tag war ich in der Meile wo viele elegante Geschäfte sind, nah an den Champs-Élysées Platz und an dem Arc du Triomphe.
 
  
 
 
In der Mitte waren Vorstellungen jeder Art, einige Leute stellten etwas dar, wie Theater oder Musik und ich wollte das mich gern ansehen.
 
 
 
Ein dunkelhäutiger Mann stand neben mir und ich bemerkte sofort, dass er nach mir guckte und dass er mich irgendwie anbaggern wollte.
 
 
 
Irgendwie gefiel es mir, dass mich jemand auch mal anbaggern wollte, mein ganzes Leben hatte mich noch nie jemand angebaggert.
 
 
 
Ich habe keine Ahnung, was mich durch den Kopf gegangen ist, aber ich bin irgendwie darauf eingegangen und ich habe den Mann auch zurück gelacht.  Der kam folglich näher und näher und allmählich hat er mit mir gekuschelt und wir haben die Vorstellungen gemeinsam angeschaut.
 
 
 
Am Ende wollte ich aber einfach weggehen, aber er hat meine Hand genommen und einige Zeit sind wir Hand in Hand geblieben, was mir aber deutlich zu viel war.  Ich hätte gern meine Hand weg nehmen wollen, aber er hat dann meine Hand so fest gehalten, dass er mich nicht mehr los lassen wollte.
 
 
 
Wir sind dann bis hin zu dem Platz gekommen, wo so viele Geschäfte sind, da waren natürlich eine Menge Leute unterwegs, aber ich kann ja nicht reden und meinen Talker hatte ich auch nicht dabei und andererseits kenne ich auch kein Wort Französisch.
 
 
 
Immer noch Hand in Hand sind wir einen langen Weg in Richtung Arc du Triomphe gekommen.  Ich versuchte mich immer wieder loszureißen, konnte es aber nicht schaffen. So eklig war mir das und natürlich hatte ich auch immer mehr Angst beim Gedanken, was er mir antun wollte. Mir war recht mulmig zumute dabei.
 
 
 
Danach hat er sogar auch einen anderen Weg geschlagen, wo kaum Menschen waren, sodass ich immer mehr Angst hatte. Ich habe versucht und versucht mich von ihm zu lösen, aber er ließ nicht los. Auf meine Versuche, meine Hand von ihm wegzuziehen hat er nicht reagiert.
 
 
 
So bekam ich es immer mehr mit der Angst zu tun. Ganz besonders wo er mich zeigte, dass er mich nach unten in eine Autogarage bringen wollte.  Ich bin fast sicher, dass er mich dort in einer Ecke vergewaltigen wollte, oder er hatte etwa vor, mich in sein Auto einsteigen zu lassen, irgendwohin zu führen und dann mich vergewaltigen.
 
 
 
So eine Angst habe ich noch nie im Leben gehabt. Ich versuchte mich wieder und wieder von ihm loszureißen, da er fortfuhr, mich irgendwohin zu ziehen.  Dann hat er mich an die Wand gedrückt, ich habe versucht mich zu wehren, war habe schockiert und vollkommen sprachlos, total in Panik. Bei der Situation spürte ich eine Hölleangst.
 
 
 
Schließlich begann ich, ihn wegzustoßen, aber es war ein einziger Chaos, denn Schreien und andere Leute auf mich und die Situation aufmerksam zu machen kann ich ja wegen meiner Behinderung nicht und in der Umgebung waren auch keine anderen Menschen, nur der Typ und ich.  Ich konnte überhaupt nicht reagieren. Nur widerwillig habe ich langsam wahrgenommen, was soeben geschehen war.
 
 
 
Nach viel Ziehen habe ich es schließlich geschafft, mich von ihm zu befreien und bin dann um mein Leben weg los gerannt und gerannt.
 
 
 
Wobei aber der Typ mir nach gerannt ist.  Mir kann keiner glauben, wie viel Angst ich in dem Moment spürte. Ich rannte und rannte und drehte mich mal um, um zu sehen ob ich ihn endlich los geworden war.  Aber es war leider nicht so, der stand immer noch hinter mir!
 
 
 
Ich konnte allerdings bis hin zu der Arc-du Triomphe-Allee zurück kommen und da standen auch Polizisten, aber ich kann ja nicht reden und kann ja auch kein Französisch.
 
 
 
Ich bin da einfach durch die belebte Straße gerannt, in Paris fahren ja so viele Autos, aber ich bin einfach gerannt und gerannt, zum Glück hat mich kein Auto überfahren.  Und wo ich dann an der anderen Straßenseite war, habe ich ein Geschäft gesehen und ich bin darin eingetreten, und da verkrochen und versteckt.
 
 
 
Erst nach einiger Zeit habe ich nach draußen geguckt und ich habe den Typ nicht mehr gesehen, trotzdem bin ich dann weiter kreuz und quer durch die Stadt gegangen und weiterhin in viele Geschäfte rein und raus gegangen.  Ich hatte ja Sorge, dass der mich sogar bis hin zum Hotel verfolgen wollte und drehte mich immer um, um sicherzustellen, dass er nicht weiterhin hinter mir her war.  
 
 
 
Nach diesem Vorfall konnte ich monatelang kaum mehr richtig schlafen, hatte immer wieder Alpträume.  Ich brauchte mindestens ein paar Jahren, bis ich allmählich von dem Vorfall wegkommen konnte.
 
 
 
Obwohl mich die Situation immer noch verfolgt, wenn ich aus irgendwelchem Grund daran zurückdenke und es kommen dann plötzlich all diese Sachen wieder hoch.  Es tut mir seelisch immer noch weh, es ekelt mich an, es war eine harte Leidensgeschichte, fast ein sexueller Übergriff, obwohl es ja zu einem Sexübergriff zum Glück nicht gekommen ist.   Auf jeden Fall war es für mich echt brutal.
 
 
 
Über diesen Vorfall habe ich noch nie jemandem erzählt, ich habe mich noch nie jemandem anvertraut, erst nach fünf bis acht Jahren erzähle ich es hier darüber.
 
 
 
Ich bin fest entschieden, jetzt über diesen schmerzhaften Kapitel einen Schlussstrich zu ziehen und darum habe ich darüber alles aufschreiben wollen.
 
 
 
Trotz dieses schmerzhaften Ereignisses bin ich aber noch weiterhin nach Paris gefahren.  Fünf Mal bin ich insgesamt in Paris gewesen. Und ich reise ja nach Lust und Laune  auch nach anderen Ländern, will mich unbedingt nicht von diesem Ereignis meine Reiselust kaputt machen lassen.
 
 
 
Aber ich habe irgendwie eine Lektion gelernt, bin jetzt viel vorsichtiger geworden, wie zum Beispiel Männer halte ich zumindest auf 1.000 Meter Abstand und wenn ich mal aggressive schwarze Männer sehe, wechsele ich dann sofort die Straßenseite.
 
 
 
Aber dass ich deswegen mit Reisen aufhöre, das kommt gar nicht in Frage!

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